Swissi AI Journal

Das Institut

Laufende Forschung am Swissi Institute for AI

Das publizierende Institut forscht dort, wo technischer Entwurf auf wirtschaftliche und rechtliche Evidenz trifft: autonome Agenten, Aufsicht im grossen Massstab, Nachhaltigkeitsaussagen und strukturierte Publikation.

Forschungsprogramm

Aktuelle Arbeitslinien

Dauerhafte Zuordnung der Modellkonfiguration und wiederherstellungsgebundene Mandate für autonome ökonomische Agenten

Ein Distributed-Ledger-Framework, das handelnde Konfiguration, Assurance und Widerruf in einem einzigen Record bindet

Walter Kurz, Besnik Alidemi

Swissi Institute for AI

Autonome Agenten können Zahlungen, Käufe und Verpflichtungen auslösen, während die rechtliche Folge weiterhin einen zurechenbaren natürlichen oder juristischen Punkt braucht. Ein ledger-gestütztes Mandatsmodell bindet den aktuellen Assurance-Zustand der bevollmächtigenden Partei, den Profile Anchor des Agenten, die entscheidende Modellkonfiguration, den Widerrufsstatus und eine Recovery-Fläche in einen einzigen Record, der sich vollständig nachvollziehen lässt. Das Konstrukt trennt drei Dinge, die Systeme mit delegierten Agenten meist zusammenfallen lassen: wer ausgeführt hat, wessen Vollmacht und Mittel genutzt wurden und welche Konfiguration entschieden hat.

Bestreiten ohne Konsens: Distributed-Ledger-Design für maschinelle Akteure und menschliche Unterzeichnende

Entscheidbare Delegation, adversariale Abwicklung und die Interface-Corpus-Beschränkung maschinell verfasster Systeme

Walter Kurz

Swissi Institute for AI

Jedes Ledger, auf dem ein autonomer Agent handelt, wurde entworfen, als die handelnde Partei ein Mensch war oder ein Programm, das einen Menschen nachahmte; Wallets, Recovery-Phrasen und Bestätigungsschritte tragen diese Annahme weiter. Fällt sie weg, wird Einigkeit zum falschen Grundelement: Unter Beteiligten aus ähnlichen Verteilungen ist Zustimmung billig und wenig aussagekräftig, während Widerspruch zwischen gegenläufigen Interessen teuer ist und deshalb Information trägt. Die Arbeit schlägt das Bestreiten mit Frist als Vertrauensoperation für alles vor, was sich nicht entscheiden lässt.

Multi-Agenten-KI als verschachteltes Prinzipal-Agenten-Problem in der privaten Vermögensverwaltung

Verhandlungsbasierte Geeignetheit und Kontextkontrolle im Rechtsrahmen der Schweiz, Deutschlands und Österreichs

Walter Kurz1, Reinhard Magg1, Stefan Marx2, Frank Reinhardt2, Florian Kollberg2

1Swissi Institute for AI2Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen

Die private Vermögensverwaltung in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich beruht auf einer gerichteten Asymmetrie: Die Beratungsseite ist zur Offenlegung verpflichtet, während die Kundschaft in ihrer Nichtoffenlegung geschützt ist. Ein dort eingesetztes Multi-Agenten-System muss für eine Person empfehlen, deren Typ es weder beobachten noch rechtmässig zur Offenlegung zwingen kann. Die Arbeit modelliert das als verschachtelte Prinzipal-Agenten-Struktur, in der die verborgene Handlung der Beratungsseite an der KI-Grenze wieder auftritt, und aggregiert zulässige Facetten-Ausgaben über die Nash-Verhandlungslösung, mit einem Kontextvertrauenswert zu jeder Empfehlung.

Kontextsubstitution in der Risikobeurteilung durch grosse Sprachmodelle

Ein methodischer und rechtlicher Rahmen für Vorverurteilung und reputationsbezogene Externalitäten in der Schweiz, Deutschland und Österreich

Walter Kurz

Swissi Institute for AI

Assistenzsysteme auf Basis von Sprachmodellen fällen zunehmend wertende Urteile über identifizierbare Personen, Firmen und Angebote, ohne zuvor den situativen Kontext zu erheben. Die unbeobachtete Lücke zwischen dem verlangten Urteil und den gelieferten Informationen wird mit dem naheliegendsten Cluster aus der Trainingsverteilung gefüllt und als Befund kommuniziert statt als vorläufige Annahme. Die Arbeit benennt Kontextsubstitution als methodische Grundpathologie, verfolgt ihre reputationsbezogenen und rechtlichen Folgen im Persönlichkeitsrecht der Schweiz, Deutschlands und Österreichs und schlägt Kontexterhebung als architektonisches Gestaltungsprinzip für wertende KI vor.

KI-gestützte Aufsicht über Websites bewilligter Institute durch Finanzmarktaufsichtsbehörden

Ein konzeptioneller Rahmen aus der Aufsichtspraxis in der Schweiz, Deutschland und Österreich

Walter Kurz, Wojtek Stricker

Swissi Institute for AI

Finanzmarktaufsichtsbehörden in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich müssen den öffentlichen Webauftritt von Hunderttausenden bewilligter Institute auf regulatorische Konformität prüfen, ein Aufsichtsperimeter von rund 250'000 Einheiten bei der BaFin, 30'000 bei der FINMA und 4'400 bei der FMA. Eine manuelle Prüfung in dieser Grössenordnung ist nicht durchführbar, und bestehende Werkzeuge zielen auf statisches HTML und scheitern an Anwendungen, die ihre Inhalte erst nach der Ausführung von JavaScript darstellen. Auf Basis von Gesprächen mit den Prüfteams von FINMA, BaFin und FMA leitet die Arbeit eine Referenzarchitektur für ein KI-gestütztes Multi-Agenten-System der Aufsicht ab.

Rechtssichere Finfluencer:innen-Aktivitäten durch KI-gestützte Compliance-Prüfung

Ein spezialisiertes Multi-Agenten-Framework für Anlegerschutz in der Schweiz, Deutschland und Österreich

Walter Kurz, Wojtek Stricker

Swissi Institute for AI

Finfluencer:innen veröffentlichen Anlageinhalte in einer Frequenz und Breite, der eine manuelle Prüfung nicht folgen kann, woraus in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich eine dreiseitige Spannung entsteht. Anlegende wollen täglich verständliche Finanzinformationen, publizierende Personen wollen regelmässig veröffentlichen, ohne aufsichtsrechtlich exponiert zu sein, und FINMA, BaFin und FMA tragen einen gesetzlichen Auftrag zum Anlegerschutz, den sie manuell nicht erfüllen können. Die Arbeit verbindet eine dogmatische Rechtsanalyse mit Fachgesprächen auf allen drei Seiten und leitet daraus eine Multi-Agenten-Referenzarchitektur ab, die alle drei zugleich bedient.

Wahrnehmung von Greenwashing-Risiken entlang der ESG-Wertschöpfungskette

Eine qualitative Studie bei Investmentfirmen und Aufsichtsbehörden in der Schweiz, Deutschland und Österreich

Walter Kurz, Reinhard Magg

Swissi Institute for AI

Die Studie untersucht, wie Investmentfirmen und Aufsichtsbehörden in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich Greenwashing-Risiken entlang der ESG-Wertschöpfungskette wahrnehmen. Das qualitative Design deckt beide Seiten des Aufsichtsverhältnisses ab, mit Augenmerk darauf, wo die Risikowahrnehmung zwischen den beaufsichtigten Instituten und den aufsichtführenden Stellen auseinandergeht.

Publikation ohne Dokumente

Ein Design-Science-Framework für adressierbare und überprüfbare Publikationsrecords unter maschineller Leserschaft

Walter Kurz

Swissi Institute for AI

Die wissenschaftliche Kommunikation wurde digitalisiert statt neu entworfen, und das Artefakt, auf das sie sich festgelegt hat, hält fest, wie ein Dokument aussehen soll, statt was seine Teile sind. Das war vertretbar, solange die Lesenden Menschen waren; heute übernehmen Maschinen einen grossen Teil des Lesens und rekonstruieren dabei jeweils eigenständig und fehlerhaft jene Struktur, die beim Schreiben bereits vorhanden war. Die Arbeit schlägt einen Publikationsrecord vor, der auf jener Granularität adressierbar ist, auf der Fragen tatsächlich beantwortet werden, und der sich prüfen lässt, ohne das umgebende Dokument erneut zu laden. Sie argumentiert, dass die bindende Beschränkung für die Genauigkeit von Zitaten nicht die Präzision ist, sondern die Bezahlbarkeit der Prüfung.

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